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20.08.2020

TechnoAlpin lässt es in den Kristallwelten schneien

Winter-Wunder-Kammer bei Swarovski

Seit 1. Juli verwandelt sich die neu inszenierte Wunderkammer «Silent Light» der Swarovski Kristallwelten in eine magische Winterwelt – mit Minusgraden und echtem Schnee, der von der Decke rieselt und die Besuchenden verzaubern soll. Ermöglicht hat dies das innovative Unternehmen TechnoAlpin. Die Südtiroler entwickelten für die Swarovski Kristallwelten eine massgeschneiderte Lösung zur Indoor-Beschneiung.

Gemeinsam mit Modeschöpfer Alexander McQueen entwarf der niederländische Designer Tord Boontje vor über 15 Jahren das Herzstück der Wunderkammer, den «Silent Light Tree». Heute bekommt der Swarovski-Kristallbaum endlich die Kulisse, die der Designer einst vor Augen hatte: ein vereister Baum inmitten einer echten Schneelandschaft. Die Vision von der Natur im Raum war bisher technisch nicht umsetzbar, bis im Jahr 2018 Boontje den SnowRoom vom Bozener Unternehmen TechnoAlpin entdeckte. «Mit dem Schnee holen wir ein weiteres Element der Natur in diesen Raum. Spannend ist dabei die Dualität: Was ist echt und was ist eine Illusion, eine Andeutung von Natur? Die rasche Vergänglichkeit der Schneekristalle steht dabei im Kontrast zu den Swarovski Kristallen, die uns in ihrer Pracht für immer erhalten bleiben», schwärmt der Designer.

 

Vision trifft auf Innovation

Zwei Jahre tüftelte der Weltmarktführer in Sachen Beschneiung gemeinsam mit einem 10-köpfigem Team von Swarovski an einer Lösung für die Wunderkammer in Wattens, um die Idee von rieselndem Schnee umsetzen zu können. «Im SnowRoom kühlen wir den Raum auf -5°C ab, so kann der feine Wassernebel aus den Schneedüsen sofort zu Schneeflocken gefrieren. Die Simulation von Schneefall, wo echte Schneeflocken von oben rieseln, ist allerdings neuartig in den Swarovski Kristallwelten, das ist auch für uns eine Premiere», erklärt Erich Gummerer, Geschäftsführer von TechnoAlpin. «Diese innovative Technologie ist dabei extrem effizient und ressourcenschonend. Hochwertige Isolierpaneele, Dreifachverglasung und die Vermeidung jeglicher Wärmebrücken stellen sicher, dass die niedrige Temperatur nach der Initialkühlung optimal gehalten wird. Die Schneedecke dient zusätzlich als Kältespeicher. Ein klimatisierter Vorraum unterstützt eine effiziente Kühlung und unterstützt ausserdem für die Besuchenden einen komfortablen Übergang von der warmen Zone in die kalte.»

 

Verschiedene Lösungen ermöglichen es, nicht nur in grossen Skihallen, sondern inzwischen auch in Hotels und Flagship Stores echten Schnee ganzjährig erlebbar zu machen. Die neueste Innovation und ein Highlight im Wellnessbereich ist der TechnoAlpin SnowRoom. Dieser wurde für die Wunderkammer in den Swarovski-Kristallwelten speziell und massgeschneidert weiterentwickelt. Nicht nur in der Grösse unterscheidet sich der Ausstellungsraum zum SnowRoom, sondern vor allem in der Funktionsweise. Wie bei allen SnowRooms wird nachts eine grosse Menge Schnee für eine täuschend echte Winterlandschaft erzeugt. Eine Produktneuheit ist hingegen der echte Schneefall von der fünf Meter hohen Decke während des Publikumsbetriebes. Vorsichtige Betrachter können im Warmen hinter einer Glasscheibe bleiben und das Schauspiel geniessen. Unterstrichen wird die winterliche Landschaft durch Kristallelemente, die im Licht funkeln und die gestalterische Umsetzung durch den Designer Tord Boontje.

 

Indoor Snow im Trend

Im klassischen SnowRoom, der in Wellnessbereichen eingebunden wird, kühlen sich Saunagänger auf traditionell finnische Art mit echtem Pulverschnee ab. Nachdem bei -5°C keine Keime wachsen, ist der SnowRoom eine sehr hygienische und gesunde Alternative zum kalten Tauchbecken. Doch auch in der Textilbranche bietet der SnowRoom neue Möglichkeiten. Ein SnowRoom im Shop ermöglicht es, Outdoor Bekleidung bei realen Winterbedingungen zu testen. Marken wie etwa Woolrich und Canada Goose setzen dieses Erlebnis bereits in zahlreichen Shops rund um den Globus ein.

 

NoéMie Schwaller