Textil Revue | Startseite
Die Schweizer Fachzeitschrift für die Textil - und Modebranche
Retail
04.02.2021

Neuer digitaler Outlet-Marktplatz für Boutiquen

Boutiquery will die Lager der kleinen Händler leeren

Plattform-Business ist das Wort der Stunde – und funktioniert auch im Kleinen. Wie zeigt seit Dezember das Start-up Boutiquery.

Die erfahrene Modefrau Andrea Tauss tat sich im letzten Jahr angesichts der immer voller werdenden Lager von vielen Boutiquen mit zwei Partnern zusammen, um Retailern ohne eigenen Webshop die Chance zu bieten, ihre Lagerbestände wieder zu reduzieren. Seit Dezember ist der kleine feine Outlet-Marktplatz Boutiquery online mit dem Ziel, kleinen Geschäften einen Platz zu bieten, wo nicht verkaufte Artikel angeboten werden können. Die gesamte Logistik bleibt bei den Händlern, Boutiquery stellt einzig die Plattform. Wir haben Mitgründerin Andrea Tauss zur Idee und dem Konzept befragt.

Wer kann auf Boutiquery seinen Lagerbestand anbieten?

Jede Boutique mit einem Sortiment im Bereich Mode für Frau und Mann im mittleren bis oberen Preissegment. Zusätzlich planen wir in naher Zukunft ebenfalls Boutiquen im Bereich Living & Interiors aufzunehmen. Boutiquery führt kein Lager, sondern jede Boutique führt ihr Lager selbst. Auch der gesamte Versand wird von den Boutiquen organisiert.

Zu welchen Konditionen?

Die Aufnahme auf Boutiquery, die Präsentation der Artikel, der Betrieb sowie der Unterhalt des Onlinestores ist für die Boutiquen kostenlos. Lediglich eine Kommission von 12 Prozent werden auf die verkauften Artikel erhoben. Dies ermöglicht den Partnern, in der ohnehin schwierigen Zeit ohne grosse Investitionskosten sofort mit dem E-Commerce zu starten.

Warum sind alle Artikel alles reduziert?

Boutiquery sieht sich ausschliesslich als Outlet-Marktplatz. Es bleiben immer wieder schöne Stücke von den Saisonen übrig. Anstatt das schöne Stück im Lager liegen zu lassen, kann es zu reduzierten Preisen bei uns angeboten werden, wodurch wir den Inhabenden einen zusätzlichen Vertriebskanal neben den regulär angebotenen Artikeln im Geschäft bieten.

Wo machen Sie Werbung, um die Bekanntheit zu steigern?

Aufgrund des limitierten Budgets sind wir zurzeit hauptsächlich auf Social Media aktiv. Wir bitten unsere Boutiquen ebenfalls Werbung bei ihren Kunden zu machen. Gemeinsam können wir einen viel grösseren Kundenkreis erreichen. Handouts werden zudem in gut frequentierten Partnerstores aufgelegt und weitere Kampagnen sind geplant.

Wieviele Händler machen bereits Gebrauch von der gemeinsamen Plattform?

Aktuell sind fünf Boutiquen aufgeschaltet, weitere drei Boutiquen haben sich angemeldet und viele haben grosses Interesse angemeldet.

Wird Boutiquery auch nach dem Lockdown online bleiben?

Ja, wir wollen die Boutiquen nachhaltig unterstützen. Ich bin fest der Überzeugung, dass die Boutiquen nur gemeinsam stark sind!

Interessierte Händler melden sich unter info@boutiquery.ch 

boutiquery.ch

 

Interview: Christina Noli