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News
22.09.2020

Zimmerli äussert sich zur Begrenzungsinitiative

Die bevorstehende Abstimmung sorgt hierzulande dieser Tage für Aufruhr. Denn sollte die Begrenzungsinitiative angenommen werden, würde das nicht nur die bisher unter bestimmten Bedingungen erlaubte Arbeit und Zuwanderung von EU-Bürgern in die Schweiz einschränken, sondern auch den Zugang der Schweizer Wirtschaft zum europäischen Markt.

Das Schweizer Traditionshaus Zimmerli hat nun auf seiner Homepage öffentlich Stellung bezogen. «Wir lassen uns unsere Freizügigkeit nicht nehmen» lautet das Wortspiel mit Bezug zur politischen Diskussion und ihrem Produkt, der Bodywear. «Wir sind angewiesen und wir sind stolz auf unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem Ausland. Gemeinsam mit ihnen leisten wir am Produktionsstandort Schweiz hochqualitative Wertarbeit, die weltweit geachtet ist», heisst es weiter. Das Unternehmen produziert im Tessin, wo auch zahlreiche Näherinnen aus dem benachbarten Italien seit Jahren arbeiten. Bei einer Annahme der Initiative würde nicht nur dieses Verhältnis bedroht, sondern auch die Bilateralen Verträge mit der EU würden aufgekündigt werden, welche momentan sämtliche Handelsvereinbarungen und das Schengener Abkommen beinhalten. «Gerade jetzt geht es in der Schweiz und in der Europäischen Union mehr als jemals darum, dass die Wirtschaft sich wieder rasch erholt, dass wir Arbeitsplätze sichern können. Dazu gehört auch die Sicherung des direkten Zugangs zum europäischen Binnenmarkt für die Schweiz. 75 Prozent unserer Wertschöpfung bei Zimmerli findet schliesslich auf dem europäischen Kontinent statt», äussert sich der CEO János Hée und ergänzt: «Der Schweizer Absatzmarkt ist viel zu klein für Schweizer Unternehmen. Stabile Beziehungen zu Europa, dem wichtigsten Absatzmarkt für Schweizer Exporte sind deshalb unverzichtbar.»

Aylin Aslan