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18.01.2021

Zusätzliche Unterstützungsleistungen gefordert

Verband Textilpflege Schweiz wendet sich an den Bundesrat

Die Textilpflegebranche beschäftigt in der Schweiz rund 7000 Personen – die Frage ist: Wie lange noch? In einem offenen Brief an den Bundesrat fordert der Verband Textilpflege Schweiz (VTS), dass zusätzliche Unterstützungsleistungen nicht nur den direkt vom Lockdown betroffenen Branchen zukommen sollten, sondern auch Unternehmen, die von ebendiesen Sektoren abhängig sind.

52 Prozent der Verbandsmitglieder geben an, unter den gegenwärtigen Bedingungen den Betrieb nicht viele Monate länger weiterführen zu können. «Wäschereien und Textilreinigungen sind für eine funktionierende Wirtschaft versorgungsrelevant und leisten wichtige Arbeit in der Bekämpfung der Pandemie. So bereiten zahlreiche unserer Mitglieder Wäsche aus dem Gesundheitswesen (Spitäler, Altersheime, Arztpraxen etc.) auf und sichern so deren Kapazitäten», heisst es in dem Brief. Die Autoren erinnern die Bundesrätinnen und Bundesräte daran, die Textilpflegebranche als Zulieferer von betroffenen Bereichen nicht zu vergessen und liefern einige Beispiele, die starke Beeinträchtigung mit sich zog. Denn wer von zu Hause aus arbeitet, muss seine Hemden und Anzüge nicht mehr in die Textilreinigung bringen; Schliessungen von Restaurants bringen die Redundanz von Berufsbekleidung, Tischtüchern und Stoffservietten mit sich, und auch das Veranstaltungsverbot sorgt für Einbussen, wo vorher Umsatz mit der Reinigung von Festkleidung gemacht wurde. Leerstehende Hotels bedeuten ebenfalls weniger Dreckwäsche.
Zwar werden bereits beschlossene Massnahmen wie Kurzarbeits- oder die Erwerbsentschädigung bejaht, jedoch argumentieren die Autoren, dass neben den Personalkosten auch hohe Mieten, Energierechnungen und der Unterhalt von Maschinen, Anlagen und Administrativsten weiterhin anfallen. Ausserdem leide durch ein geringes Auftragsvolumen die Effizienz, was für unverhältnismässig hohe Kosten sorge. Die Aufrechterhaltung des Betriebs wird allerdings von den Betrieben selbst als Beitrag zur Grundversorgung der Gesellschaft angesehen. «Auch gesunde Unternehmen haben irgendwann ihre Reserven aufgebraucht. Insbesondere dann, wenn sie von Branchen abhängen, über welche der Bundesrat einen monatelangen kompletten Lockdown verhängt», appellieren die Autoren am Ende des Briefes und verkünden, dass einige Betriebe, sollte es keine zusätzlichen Unterstützungsleistungen geben, das Ende der Pandemie nicht mehr miterleben werden.

Aylin Aslan