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15.07.2021

«Hier lebe ich, hier kaufe ich»-Kampagne

Shopp Schwiiz!

Der Schweizerische Gewerbeverband, die Swiss Retail Federation und die Agro-Marketing Suisse sensibilisieren in der gemeinsamen Kampagne «Shopp Schwiiz! Hier lebe ich, hier kaufe ich» die Schweizer Bevölkerung für den Einkauf in der Schweiz. Konzipiert und umgesetzt wurde sie von der Zürcher Kreativagentur Die Antwort.

Am selben Strick ziehen, um Arbeitsplätze zu sichern

«Corona hat von einem Tag auf den andern die existenzielle Bedeutung eines funktionierenden Detailhandels mit Nahversorgung vorgeführt», so Dagmar Jenni, Direktorin Swiss Retail Federation. Der Schweizer Detailhandel erbringe eine hervorragende und wettbewerbsfähige Leistung. Er überzeuge durch lokale Nähe, Kenntnis der Gegebenheiten und Kundenbedürfnisse. Mit rund 310 000 Arbeitsplätzen und jährlich 23 000 Lehrlingen trage der Detailhandel auch zum Wohlstand in der Schweiz bei. Zudem biete er auch Menschen ohne akademische Bildung anspruchsvolle Jobs und Aufstiegschancen.

 

Der Detailhandel in der Schweiz steht seit Jahren in einem harten Wettbewerb. Das engmaschige Versorgungsnetz wird zunehmend ausgedünnt, auch weil der Einkaufstourismus den Mitgliedern von Swiss Retail Federation erheblich zusetzt. Das Ladensterben in den Innenstädten ist unübersehbar. «Unsere Kundinnen und Kunden haben Schweizer Löhne. Wenn Sie anerkennen, dass auch die Angestellten des Detailhandels Schweizer Löhne verdienen, haben Sie keinen Grund, systematisch im Ausland einzukaufen. Wenn wir – das heisst Kundinnen, Kunden, Detailhandel, Gewerbe und Landwirtschaft – alle am selben Strick ziehen, helfen wir uns damit selbst», gibt Dagmar Jenni zu bedenken.

 

Trend zu Regionalität stark angestiegen

Auch Urs Schneider, Präsident Agro-Marketing Suisse, bestätigt, dass im Zuge der Pandemie die einheimischen Produkte und der Einkauf im Inland an Bedeutung zugenommen hätten, und meint: «Mit der Kampagne zeigen wir, dass es sich lohnt – im eigenen Interesse – auf Schweizer Qualität im Inland zu setzten». Hans-Ulrich Bigler, Direktor des Schweizerischen Gewerbeverbands sgv, ergänzt: «Es ist kein Zufall, dass wir unsere Kampagne «Shopp Schwiiz» nennen. Wir wollen die Begeisterung für die Schweiz einfangen, welche wir nicht zuletzt auch vor einer Woche vor dem TV mitfiebernd erleben durften. Unsere KMU sind das Rückgrat der Schweizer Wirtschaft. In der Krise haben sie viel Flexibilität bewiesen und verdienen unsere Anerkennung. Lasst uns in der Schweiz konsumieren und unsere KMU unterstützen.»

Trotz aller Schwierigkeiten in der Pandemiekrise habe die Schweiz auch ein positives Momentum erlebt. Die Schweizer Bevölkerung habe vermehrt bewusster und auch bewusst vor Ort eingekauft. Qualität, Nachhaltigkeit, Verfügbarkeit und Zeitersparnis seien alles Attribute, welche beim Einkaufen und beim Konsum wieder an Bedeutung gewonnen hätten. Dagmar Jenni bestätigt diesen positiven Trend, welcher sich in den Umfragen des verbands widerspiegle. Es sei eine wachsende Wertschätzung für Nahversorgung, verlässliche Lieferketten, Regionalität und Herkunft festgestellt worden.

 

Fazit der Shopp Schwiiz Kampagne

Die Entwicklung und das Verhalten sind erfreulich. Es stellt sich aber die Frage, wie nachhaltig der Trend ist, wenn die Freiheiten wieder vollends zurück seien. Es sei sehr früh zu hoffen, denn mit dem Kauf von einheimischen Lebensmitteln und dem Bezug von hiesigen Dienstleistungen würden sich die Konsumentin und der Konsument selbst etwas Gutes tun. «Sie bekommen höchste Qualität und Frische, schonen die Umwelt und stärken die Binnenwirtschaft. Der Erhalt von Arbeitsplätzen ist besonders wichtig und das Verhalten hilft das Schweizer Lohnniveau zu halten», schliesst Urs Schneider.

Noémie Schwaller