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19.05.2021

100 Jahre textilrevue – 10 Schulen; 10 Dekaden; 10 Looks

Look der Dekade #05 von Ania Marincek, HEAD Genève

100 Jahre – 10 Dekaden; 10 Schulen; 10 Looks. Die Geschichte der textilrevue ist auch die Geschichte der Schweizer Textilindustrie, deren Arbeitgebenden und Arbeitnehmenden – und nicht zuletzt der Nachwuchsförderung: die der Schweizer Ausbildungsstätten. In Zusammenarbeit mit 10 Schweizer Talentschmieden schauen wir auf die Modetrends des letzten Jahrhunderts zurück und präsentieren die Neuinterpretation zukunftsgerichtet an Avatars – in 2D im Magazin und in 3D in Bewegtbild auf den digitalen Kanälen.

Der fünfte Look «Tears of Lava» stammt von Ania Marincek von der HEAD Genève.

Der Look

Die Kollektion «Tears of Lava» zielt darauf ab, eine surrealistische und grossartige Atmosphäre darzustellen, in der ein glühender und flüssiger Parasit unter die Haut eindringt. Das Kleidungsstück reagiert physisch auf Hitze und verbrennt durch Quetschungen, Schwellungen und Blasenbildung. Es ist ein zähflüssiges Magma, unerbittlich und unkontrollierbar, das das Kleidungsstück verformt und neu formt, um dramatische Formen und Proportionen zu offenbaren. Die Spannung zwischen Anziehung und Abstossung wird durch verschiedene textile Experimente und Stopftechniken erforscht. Das Paradoxon, das zwischen organischen Texturen, hochwertigen Stoffen und extremen Volumina entsteht, ist gewillt, zunächst Ekel auszulösen und dann den Betrachter zu verführen. Beim Verlassen des Körpers stösst der Parasit etwas durchscheinende Materie ab, die beim Kontakt mit Sauerstoff zu funkelnden Organismen kristallisiert. Deformierte Edelsteine, die aus erkalteter Lava entstanden sind, schimmern und beleuchten die Silhouette wie Scheinwerfer. Die psychedelische Aura der 1960er-Jahre bringt ihre inspirierende Delirium-Welle mit sich und könnte ebenso gut das sein, was den Animus des Parasiten aufgeweckt hat.

Die Schule

Entstanden 2006 aus der Fusion zweier renommierten Schulen, der École Supérieure des Beaux-Arts und der Haute École d'Arts Appliqués, stützt sich Head - Genève auf ein reiches kulturelles und künstlerisches Erbe, um junge kreative Talente national und international zu fördern. Bekannt für die Qualität ihrer Bachelor- und Masterstudiengänge, hat Head sich als eine der führenden Kunst- und Designschulen in Europa etabliert.


Die Lehrphilosophie der Schule, zu der namhafte Referenten und Dozenten eingeladen werden, betont Freiheit sowie persönliche und soziale Verantwortung. Die Ausbildung an der Head - Genève fördert die Individualität jedes einzelnen Studierenden und basiert auf dem Dialog zwischen Lehrpersonen und Studierenden, der es letzteren ermöglicht, eigene künstlerische Wege zu gestalten. Die Studierenden entwickeln Projekte durch Workshops, Seminare und Zusammenarbeit mit privaten und öffentlichen professionellen Partnerschaften.
Der theoretische Unterricht konzentriert sich auf verschiedene ästhetische Praktiken, die auf Forschung und Experimentieren basieren. Sie zielt darauf ab, Wissen aufzubauen und pluralistisches Denken zu üben. Know-how und kritisches Denken sind die Säulen eines pädagogischen Ansatzes, der jeden Dogmatismus ablehnt und wesentliche Werkzeuge für das Verständnis der zeitgenössischen Welt bietet.

head-geneve.ch

 

 

von Noémie Schwaller

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