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News
02.10.2020

Nachhaltige Verpackung von Schweizer Start-up

Kickbag will Packaging im E-Commerce revolutionieren

Die beiden Jungunternehmenden Mariella Huber (Stoff&so) und Tobias Zingg (Stadtlandkind) wollen mit ihrer neuen und nachhaltigen Packaging-Lösung, dem bis zu 30 Mal wiederverwendbaren «Kickbag – for nature» aus teilweise rezykliertem PET, den E-Commerce aufmischen. Schon länger waren Zingg und Huber auf der Suche nach einer klimaschonenden Alternative zu Einwegverpackungen und entwickelten gemeinsam mit ClimatePartner und der Schweizerischen Post den Kickbag.

Das Konzept ist einfach wie innovativ: Onlinehändler verschicken ihre Ware in Kickbags – momentan gibt es die drei verschiedenen Grössen S, M und L –, die Kunden wiederum senden ihre Retouren im Kickbag zurück; oder aber, und darauf hofft schliesslich jeder Händler, der Kickbag wird ohne Retouren mittels Klettstreifen auf Briefgrösse zusammengefaltet, in den nächsten Briefkasten geworfen und zurückgeschickt. Seit Juni 2020 läuft die Testphase für die erste Generation Kickbags, die Pakete von Stadtlandkind und Stoff&so werden bereits in den klimafreundlichen Hüllen verschickt. «Die ersten Rückmeldungen sind sehr positiv», weiss ­Tobias Zingg zu berichten, «sowohl bei Kunden wie auch bei Händlern rennen wir offene Türen ein.» Zudem seien viele Endkonsumenten bereit, den Extra-Franken für  einen Teil der Rücksendung zu bezahlen, da sie den Umweltaspekt als sehr positiv werten. Auch von Onlinehändlern sei bereits Interesse signalisiert worden, was die Gründer natürlich ebenso freut. 

Fürs Erste hätten sie 6000 Stück herstellen lassen, die nun auf Herz und Nieren getestet werden, erklärt Zingg. Die Vorgaben von der Post seien schon im Vorfeld umgesetzt worden, erzählt der Ostschweizer weiter, nun gehe es darum zu sehen, wie sich das Produkt im täglichen Gebrauch beweise und ob die Kunden die Kickbags auch zurückschickten. Kurz, die neuen Verpackungen müssen bis Ende Jahr ihre Marktfähigkeit beweisen, bevor 2021 mit dem schweizweiten Vertrieb an Business-Partner gestartet werden kann. «Es ist unser Ziel, dass man in der Schweiz den Kickbag kennt und sich umweltbewusste Kunden auch für die Händler mit dieser Packaging-Lösung entscheiden können», wünscht sich Tobias Zingg, und Mariella Huber ergänzt: «Der Kickbag schafft eine Win-Win-Win-Situation: Die Kunden müssen keine Verpackungen mehr entsorgen, der Händler spricht umweltbewusste Kundengruppen an – und das Klima wird geschont.» 

kickbag.ch

Christina Noli