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18.02.2020

Ausstellung «Fiktion Kongo» und Veranstaltung «Kongo Remix»

Die Ausstellung «Fiktion Kongo – Kunstwelten zwischen Geschichte und Gegenwart» läuft noch bis 15. März im Museum Rietberg. Die Demokratische Republik Kongo ist für ihre vibrierende Kunstszene bekannt, das künstlerische Schaffen ist vielfältig, kreativ und am Puls der Zeit. So kann das Land eindrucksvolle Masken, Figuren und Designstücke vorweisen. Die Hauptstadt Brazzaville gilt als die Wiege der in den 1980er-Jahren geformte Sapeurs-Bewegung, bei der sich die Mitglieder, die oft aus bescheidenen Verhältnissen stammen, mit teuren Designerstücken schmücken und in ihrem Auftreten an Dandys erinnern. Mittlerweile hat die Bewegung fast religionsartige Züge angenommen, sogar Frauen beginnen, sich anzuschliessen.
Die Ausstellung und ihre Veranstaltungen greifen dieses Kunstbewusstsein des Landes auf. Ausgangspunkt von «Fiktion Kongo» sind Objekte und Fotografien, die der 2003 verstorbene Kunstethnologe Hans Himmelheber von seiner Reise 1938/39 aus dem Kongo mitbrachte. Zum ersten Mal präsentiert eine Ausstellung historische Meisterwerke und Fotografien in Gegenüberstellung mit zeitgenössischen Werken. «Fiktion Kongo» stellt renommierte kongolesische Künstler der Gegenwart ins Zentrum, wie Sammy Baloji, Michèle Magema, Monsengo Shula oder Sinzo Aanza und zeigt, wie Kunstschaffende sich früher wie heute kritisch mit den Auswirkungen von Kolonialzeit, Missionierung und Welthandel auseinandersetzen.
Die Veranstaltung «Kongo Remix» findet am 29. Februar statt und ist ein Spektakel der besonderen Art: Wissenschaftliche Vorträge führender Experten wechseln sich mit Performances angesagter Künstler, Musiker, Schriftsteller und Sapeurs ab. Auch gibt es eine Führung durch die Ausstellung, kongolesisches Essen, Getränke und Musik (Live und DJ).

rietberg.ch

Aylin Aslan