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Die Schweizer Fachzeitschrift für die Textil - und Modebranche
Messen
16.02.2021

Schweizer Mode wird digital – und international

Swiss Digital Fashion Week

Die Swiss Fashion Association weiss um die Wichtigkeit der digitalen Vernetzung und der Präsentation im Netz als Marketinginstrument und präsentiert ab dem 19. Februar 2021 auf der Pariser B2B-Plattform Le New Black fünf Schweizer Modemacher dem nationalen wie internationalen Fachpublikum.

«Schweizer Modeschaffende sollen im internationalen Orchester mitspielen; dafür muss Schweizer Mode sichtbar werden und sich vorerst als Kulturgut im Inland etablieren», so Karin Lorez, Gründerin und Präsidentin der 2018 ins Leben gerufenen Swiss Fashion Association (SFA) und Camille Patthey, neues Vorstandsmitglied und Project and Development Manager bei SFA ergänzt: «Wir wollen nicht, dass alle guten kreativen Schweizer Modemacher ins Ausland abwandern, weil es in der Schweiz an Anerkennung, Unterstützung und Netzwerken fehlt», so die erfahrene Branchenkennerin, die schon viele Jahre im Brand und Sales Management tätig ist, und ergänzt, «leider wird Mode in der Schweiz noch immer nicht als wichtiger Bestandteil der Kreativindustrie anerkannt, darum müssen wir die Dinge selbst in die Hand nehmen. Die Swiss Digital Fashion Week ist der erste Schritt in diese Richtung.» Die SFA versteht sich als Verein, Netzwerk und Anlaufstelle für Schweizer Modeschaffende und konnte in den letzten zwei Jahren bereits 40 Mitglieder verpflichten – Tendenz steigend. 

Mit starkem Partner digital und international vernetzt

In der umkämpften Modebranche wahrgenommen zu werden ist nicht leicht, erst recht nicht für junge, aufstrebende Labels auf dem internationalen Parkett. So ist es eine echte Chance, dass die SFA als Parnter die Pariser B2B-Plattform Le New Black gewinnen konnte, die mit über 250 Brands und mehr als 10’000 Retailern eine grosse Community vorweisen kann. Auch in der Schweiz arbeiten laut Patthey rund 500 Einkäufer von Häusern wie Globus, Jelmoli, Set&Sekt oder Makingthings mit der Plattform, die neben der Repräsentation auch Re-Order-Möglichkeiten bietet, was für die jungen Modemacher natürlich einen grossen Vorteil bedeutet. «Teilnehmende können das ganze Jahr über, 24 Stunden am Tag, gewünschten Einkäufern ihre Kollektionen vorstellen und verkaufen, unabhängig von weiteren Lockdowns und Reisebeschränkungen. Mitglieder der SFA profitieren von dieser adäquaten Lösung, um ihre Sichtbarkeit zu steigern und ihre Ziele erreichen zu können», heisst es seitens der SFA. 

An der ersten Ausgabe der Swiss Digital Fashion Week, die vom 19. Februar bis zum 9. März 2021 während den internationalen Modewochen stattfindet, präsentieren die fünf Schweizer Labels Nina Yuun, Nomadissem, Klaesi Holdener, Palmagente und Weer ihre Kreationen. «Die Teilnehmenden sind repräsentativ für das Schweizer Modeschaffen, sind marktbereit und haben das Potenzial, auch international Einkäufer zu überzeugen», erklärt Mira Zawrzykraj, die als Medien- und Kommunikationsprofi ebenfalls seit Kurzem im Vorstand der SFA sitzt. Karin Lorez ergänzt: «Besonders jetzt ist Unterstützung und Förderung wichtig, um Stagnation, Umsatzverluste und Betriebseinstellungen zu vermeiden. In dieser Krisensituation ist es notwendig, dass alle Akteure der Modebranche unseren Modeschöpfern unter die Arme greifen. Damit unsere Schweizer Modekultur und Kreativwirtschaft weiterhin bestehen kann.»

Programm «Talents»

Ab März startet die SFA zudem mit ihrem neuen Programm «Talents», das sich an Labels mit besonderem Fokus auf Kreation und internationaler Entwicklung richtet. Für die Aufnahme muss ein Gesuch eingereicht werden, über die Aufnahme entscheidet eine Jury. Den Aufgenommenen bieten sich die Vorteile der Teilnahme an der Swiss Digital Fashion Week, die Repräsentation im physischen Showroom sowie an der digitalen Messe Tradeshow – for selected Buyers and Retailers und ausserdem eine Rechts- und Business-Development-Beratung.

Die Ziel der SFA

Der junge Verein zeichnet sich mit geballter Frauenpower und noch mehr Know-how in vielen branchenrelevanten Bereichen aus und will in erster Linie junge und aufstrebende heimische Talente aus allen Bereichen des Mode- und Accessoiredesigns begleiten, fördern und stärken. Dabei liegt der Fokus auf der strategischen Geschäftsentwicklung sowie dem Sales-Aspekt, denn ohne professionellen Vertrieb ist auch ein gewinnbringender Absatz nicht möglich. Zudem will die SFA Synergien zwischen Designern, Brands, Fachleuten und weiteren Branchenakteuren schaffen, ihren Mitgliedern aber auch bei Themen wie Kundengewinnung, Businessentwicklung oder Marketing unter die Arme greifen. Denn neben grossartigen Kollektionen müssen sich junge Modeschaffende heute in vielen Bereichen auskennen, die sehr wenig mit kreativer Arbeit zu tun haben.

Die SFA, das sind Modedesignerin Karin Lorez, Präsidentin und Gründerin, Model Nadine Strittmatter, Botschafterin und Mitgründerin, Camille Patthey, Project and Development Manager, und Mira Zawrzykraj, PR- und Medienprofi. Zur Wahl im März stehen zudem die Leiterin der Mode-, Schmuck- und Accessoires-Studiengänge der HEAD - Genève, Elizabeth Fischer, und Saskia Eschmann, Head Legal und Compliance La Prairie. 

Interessenten wenden sich an swissfashionassociation@gmail.com

swissfashionassociation.ch 

Von Christina Noli