Textil Revue | Startseite
Die Schweizer Fachzeitschrift für die Textil - und Modebranche
Messen
31.01.2020

Natürlichkeit am Salon International de la Lingerie in Paris

Vom 18. bis 20. Januar 2020 fand in Paris der Salon International de la Lingerie statt. Die führende internationale Branchenveranstaltung vereint das Beste vom Wäschemarkt und bietet zahlreiche Möglichkeiten zum Networking. Wir waren vor Ort und stellten fest: Natürlichkeit währt am längsten.

Besonders nachhaltige Labels wurden an der diesjährigen Ausgabe der Messe speziell gruppiert. Unter ihnen war auch das Schweizer Lingerie und Loungewear-Label Moya Kala, das neben der Verwendung von umweltfreundlichen Materialien besonderen Wert auf faire Löhne, die Würde der Frau und gute Arbeitsbedingungen legt. «Wir sind zum ersten Mal in Paris mit dabei und sind überwältigt von der Grösse und der Fülle an Angeboten», so die PR-Managerin der Marke. Ein weiteres Schweizer Label, das zum ersten Mal vor Ort war, ist Dagsmejan, bekannt für funktionale Sleepwear. «Unser Stand kommt gut an», freut sich Gründer Andreas Lenzhofer. «Das Erscheinungsbild widerspiegelt unsere Produkte: die Funktion steht im Vordergrund. Wir sind seit 2018 auf dem Markt und haben meiner Meinung nach eine Nische gefunden, die noch nicht bespielt war.» Der Fokus der Marke ist, den Trägern der Funktions-Pyjamas einen besseren Schlaf zu bescheren. Und das mit Erfolg: «Unsere Partner sind in der Schweiz unter anderem Globus und PKZ, wir haben aber sogar schon Anfragen aus den USA und Kanada erhalten», so Lenzhofer.
«Alte Hasen» in Paris sind Rösch und Féraud. Lisa Demidova, Head of Marketing Rösch, ist den diesjährigen Veränderungen gegenüber positiv gestimmt: «Hier in der neuen Halle fühlen wir uns sehr wohl. Die Holzoptik und der Aufbau der Stände verleiht dem Ganzen mehr Showroomcharakter, wir sind also sehr zufrieden und die Frequenz stimmt bisher auch.» Einen der wohl schönsten Stände konnte Calida vorweisen. Auf der einladend grossen und offenen Fläche wurde grosszügig die neue Kapselkollektion, die in Zusammenarbeit mit dem Designerduo Viktor&Rolf entstanden war, ausgestellt. Den ersten Auftritt hatte die Schweizer Marke damit ein paar Tage zuvor an der Neonyt in Berlin, nach zehn Jahren ist sie zurück in Paris. «Wir können schon jetzt ein grosses Interesse an der Kollektion verzeichnen», so Janine Weiz-Bühler, Director Brand & Product bei Calida. Die Kapsel basiert auf Calidas 100% Nature-Serie, die von Saison zu Saison mehr komplett kompostierbare Produkte hervorbringt. «Wir sind in Sachen Nachhaltigkeit und Cradle to Cradle schon sehr weit. Mittlerweile werden wir auch von Concept Stores und Bio-Supermärkten angefragt, was uns unglaublich freut», so Weiz-Bühler. Ebenfalls gut besucht war der Stand von Joop und Naturana, wo ein starker Besucherstrom aus Russland vermeldet wurde.

Was durch die Bank positiv auffiel: Body Positivity scheint immer mehr in den Vordergrund zu rücken. Nicht nur die Materialien und die Herstellung der Produkte betonen die Natürlichkeit eines Produkts; mehr und mehr spielt auch der Körper der Frau in all seinen verschiedenen Formen eine Rolle. So sah man an der Messe zahlreiche Plus-Size-Models, die körperumschmeichelnde Wäsche zur Schau stellten. Seitens Salon International de la Lingerie heisst es: «Die Ausgabe des Salon de la Lingerie vom Januar 2020 markiert einen wichtigen Wendepunkt für den Textilsektor. Von nun an wird dieser Sektor aufgrund seines mutigen sozialen Engagements die treibende Kraft für die Modeindustrie sein. Die Kollektionen spiegeln nun die Bedürfnisse der Konsumentinnen wider: nach befreiten, spontanen Frauen, die einen Sinn in ihrem Leben suchen und versuchen, den tatsächlichen Wert ihrer Einkäufe und ihrer Garderobe zu rechtfertigen.»

Aylin Aslan