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Fashion
13.10.2020

Highlights der Pariser Modewoche

Eine der sonderbarsten Modewochen ging gestern in Paris nach einem einmonatigen Terminkalender aus digitalen und physischen Shows zu Ende. Zusammengefasst einige Highlights.

Miuccia Prada, kreative Leitung von Miu Miu, bekundetet nach ihrer Show: «Polarität. Dies sind polare Zeiten». Und so zeigte sich auch ihre Kollektion, eine Mischung aus funktionellen Lazy-Lockdown-Looks und formeller Garderobe, über der ein Hauch von 1970er-Jahre-Vibe schwebte. Die physische Show eröffnete Lila Grace, die Tochter des Übermodels Kate Moss.

Virginie Viard für Chanel präsentierte die letzte Show im Grand Palais vor der Renovierung. Weisse Buchstaben wie die des Hollywood-Zeichens buchstabierten «Chanel» und stellten ein pompöses Bühnenbild dar. Ihre Kollektion war eine Mischung aus klassischer Chanel Garderobe mit Achtzigerjahre-Twist und ausgeprägten Schulterpolstern.

Nicolas Ghesquière ist ein selbst ernannter Fan des «Time Clash» und verwischt in seinen Kollektionen für Louis Vuitton immer wieder historische Referenzen mit futuristischen Ansätzen. Seine genderneutrale Mode zeigte er in einer phygitalen Show im obersten Stockwerk von La Samaritaine, dessen Renovierung seit 15 Jahren in Gange ist und dessen Eröffnung wegen der Coronakrise verschoben wurde.

Felipe Oliveria Baptistas Kollektion für Kenzo war nicht, wie man denken könnte, etwa von Covid-19 inspiriert, sondern von der Natur. Genauer genommen von Imkern – auch wenn diese überdimensionalen Verschleierungen etwas anderes vermuten liessen. Baptista ist ein grosser Naturfreund, so wie der kürzlich verstorbene Kenzo es einst war, und verwendet in seinen Kollektionen strikt wiederverwertbare Kunststoffe. Des Weiteren arbeitet er eng mit dem WWF zusammen, um die weltweite Tigerpopulation zu verdoppeln.

Die junge Engländerin Grace Wales Bonner debütierte an der Paris Fashion Week mit einem Video. Ihre Kollektionen sind inspiriert von den 1970er-Jahren, jamaikanischer Dancehall-Musik und den frühen 1980er-Jahren. In einer weiteren Zusammenarbeit mit Adidas Originals zeigte die Designerin eine Kollektion aus entspannten Formen in Kombination mit traditioneller, formeller Bekleidung.

Die neuste Kollektion von Demna Gvasalia für Balenciaga war von nächtlichen Blutsaugern inspiriert. So zeigte er dramatisch mystische Looks mit schwarzen Kapuzenpullovern, weiten, schwarzen Mänteln, über den Kopf geworfenen Schals und dunklen Sonnenbrillen.

(Bilder: Imaxtree)

Rhea Leisibach