Textil Revue | Startseite
Die Schweizer Fachzeitschrift für die Textil - und Modebranche
Fashion
10.02.2021

Blick nach Norden

Copenhagen Fashion Week: Digitale Dosis

Virtuell und emotional. Global und doch ganz intim. Mit ihrer digitalen Ausgabe wird die Copenhagen Fashion Week ihrem Ruf als die sympathischste aller Modewochen gerecht.

Kein Publikum. Keine Streetstyles. Keine Storechecks. Dafür cineastische Fashion Movies, digitale Runways und eindrucksvolle Augmented Reality Shows. Die Copenhagen Fashion Week fand vom 2. bis 4 Februar ausschliesslich im Netz statt. Im Fokus der Macher: Die digitale Verbundenheit der Fashion-Community zu zelebrieren, die sich über Kopenhagen hinaus in alle Ecken der Welt erstreckt. «Die Copenhagen Fashion Week setzt diese Saison den Rahmen für eine Präsentation in der Gegenwart mit einer Vorschau auf das, was kommen wird. Obwohl alles über Bildschirme stattfindet, erwarte ich ein starkes Gefühl der Verbundenheit», sagt Karl-Oskar Olsen, Mitbegründer und Kreativdirektor von Wood Wood.

Und so schafften es die Skandinavier, mit ihrem wohl kuratierten Programm aus Shows und Talks, ihre so sympathisch-bodenständige Modeszene multimedial ins Digitale zu übertragen. Mit intimen Designer-Interviews, Backstage-Berichten in Insta-Stories und inspirierenden visuellen Bezügen zur Stadt. Stine Goya führte melancholisch durch ein leergefegtes, aber farbenfrohes Kopenhagen zu ihren Lieblingsorten. House of Dagmar zeigte eine Augmented-Reality-Präsentation in Kopenhagener Locations ohne physisch präsent zu sein. Auf dem Runway-Programm: Ein Mix aus bewährten Brands wie Samsøe Samsøe, Gestuz und Baum und Pferdgarten, Fashion Week-Rückkehrern wie Stand Studio, Day und Anne Vest und jungen Talenten: Die in Stockholm ansässige Newcomer-Marke Schnaydermann etwa eröffnete die digitale Ausgabe mit ihrem stimmungsvollen Coming-of-Age-Sci-Fi-Kurzfilm «The Outsiders». Dass Nachhaltigkeit weiter ganz oben auf der Agenda der CPHFW steht, zeigte sich neben vielen Gesprächsrunden auch beim von Zalando gesponserten Sustainability Award, bei dem House of Dagmar und Marimekko im Finale stehen. Modisch pendelten die gezeigten Kollektionen zwischen Reduktion und Retro: Erwachsener Seventies Chic in Oversize-Form bei Lovechild1979, fulminante Strickkleider und Hüllenmäntel in Wollweiss zu schwarzem Nappa bei Malene Birger, Puffer-Westen zu Bouclé-Midi-Röcken bei Baum und Pferdgarten. Ihrem lässigen Spiel aus Silhouetten und Proportionen bleiben die Skandi-Brands treu und zeigen weite Shapes, ruhigere Farben und deutlich reduzierte Muster. Stattdessen viel Strick, rustikale Wollstoffe und Denim zu verspielten Volants, Maxikleidern und Bauschärmeln. Kontraste müssen schliesslich sein. Lack und Metallics sorgen für Glanzpunkte bei den Accessoires.

Am letzten Tag werden als Highlights die Kollektionen von Rodebjer, Rotate und Ganni gestreamt. Die Abschlussshow ist Kopenhagens Kreativkopf Hendrik Vibskov vorbehalten.

 

Alle Videos und Infos unter copenhagenfashionweek.com

 

 

 

 

Redaktion: Karolina Landowski