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Fashion
06.10.2020

Die italienische Modewoche zeigte sich wandlungsfähig

Blick zurück zur Mailand Fashion Week

Die Modewoche in Mailand war ein Mix aus realen-, «phygital» (physisch und digital) und Co-ed-Shows gepaart mit vielen rein virtuellen Präsentationen. Einige Highlights:

Giorgio Armani prämierte mit seiner Frühling/Sommer 2021-Show zur besten Sendezeit auf dem privaten italienischen Kanal La7. 

Miuccia Prada präsentierte ihre erste Show mit dem neuen Co-Kreativdirektor Raf Simons, die aufgrund der Pandemie online gezeigt wurde. Alle abwesenden Front-Row-Freunde erhielten einen Korb mit Delikatessen aus der historischen Mailänder Konditorei Marchesi, die sich im Besitz von Prada befindet. Eine erlesene Handvoll Gäste war eingeladen, nach der Show mit dem Designer-Duo zu diskutieren. 

Boss kehrte für seine Präsentation in den Mailänder Palazzo del Senat zurück, wo vor zwei Jahrzehnten die erste Runway Show der Womenswear gezeigte wurde. Wer sich auf einen der weit auseinander gestuhlten Corona-konformen Sitzplätze setzen durfte, sah ein minimale von Kopf bis Fuss monochrome Kollektion. 

Donatella Versace schuf in ihrer Frühling/Sommer-2021-Kollektion die utopische Siedlung «Versacepolis» – eine Hommage an die versunkene Stadt. Erstmals in der Geschichte der italienischen Marke wurde die Kollektion auch von Plus-Size-Models präsentiert.

Das italienische Modehaus Fendi, das kürzlich bekannt gab, dass Kim Jones ab Herbst 2021 offiziell Karl Lagerfelds Nachfolger als künstlerischer Leiter für die Womenswear ersetzen wird, zeigte in seiner ersten Co-ed-Show Kleider mit weiblichen Silhouetten, die sich durch viel Handwerkskunst auszeichnen. Als Kontrast gab es jungenhafte Männer in kurzen Hosen und angesagten Bucket Hat zu sehen. 

Kreativchef von Salvatore Ferragamo, Paul Andrew, zeigte unter der Regie von Luca Guadagnino, dem Regisseur von «Call Me By Your Name» (2017), einen achtminütigen Film, um die neuste Kollektion der Luxusmarke zu präsentieren. Inspiration standen die Filme von Alfred Hitchcock und dessen nonchalanter Look, die sich Andrew während dem Lockdown angeschaut hatte.

Die digitale Präsentation des Modehauses Tod’s zeigte einen Film, deer Zoom-Anrufe und Besprechungen nachahmte, die von einem Raum in den anderen übertragen wurden. Die entspannte Kollektion zeichnet sich durch einen lässigen 1970er-Jahre-Touch sowie eine bunte Farbpalette aus.

(Bilder: Imaxtree)

Rhea Leisibach


Boss Frühling/Sommer 2021
Giorgio Armani Frühling/Sommer 2021
Marni Frühling/Sommer 2021
Boss Frühling/Sommer 2021
Versace Frühling/Sommer 2021
Versace Frühling/Sommer 2021

Looks von Mailand für Frühling/Sommer 2021.