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Business
26.01.2017

Swiss Fashion Stores auf gutem Weg

Tendenz stimmt – es geht aufwärts!

Die Zahlen des Monats November liessen auf ein einträgliches Weihnachtsgeschäft hoffen – ganz so stark wie erwartet waren die Umsätze der Swiss Fashion Stores im Dezember 2016 dann aber leider doch nicht. Trotzdem sprechen der Jahresabschluss und insbesondere auch der kumulierte Monatswert dafür, dass es im Schweizer Bekleidungsfachhandel wieder aufwärts geht.

Der kumulierte Monatswert der Swiss Fashion Stores ist ein guter Indikator dafür, wie der Schweizer Fachhandel das ganze Jahr über performt hat. Im Dezember 2015, elf Monate nach der Aufhebung des Mindestkurses Franken-Euro durch die Schweizerische Nationalbank, lag dieses Ergebnis nur bei 89,3 Prozent. 2016 konnte sich der kumulierte Monatswert zum Jahresende hin nochmal steigern und nach 94,9 Prozent im Vormonat auf 95,3 Prozent zulegen. Ein Plus wie im Jahr 2013 wäre natürlich noch wünschenswerter gewesen. Trotzdem ist dieser Jahresabschluss ein Zeichen dafür, wo es 2017 im Schweizer Fachhandel hingehen kann, wenn das Potenzial genutzt und die Profile geschärft werden.

Jahressieger Kindermode
Die Dezember-Zahlen 2016 zeigen auch: Wer wagt, gewinnt. Obwohl vielerorts der Kindermode wenig Kredit eingeräumt wird und die Flächen verkleinert werden, wurde im Dezember 2016 wieder einmal klar, wie emotional das Geschäft mit Kindermode ist. Wenn auch stark saisonalen Schwankungen unterworfen – zu Anlässen und Feiertagen kann mit Mode für die Kids und Kleinsten gutes Geld verdient werden. Nach einem saftigen Plus von 20,9 Prozentpunkten im November, legte die Kindermode im Dezember noch einmal um 3,3 Prozentpunkte zu und ist damit der ­Spitzenreiter bei den Sortimentsgruppen. Auch der kumulierte Monatswert der Kinderkonfektion ist der Jahressieger – er ist sogar der einzige positive im Jahr 2016. Den zweiten «Podestplatz» teilen sich Wolle/Mercerie und die Heimtextilien mit einem Wert leicht über 96 Prozent.

Es wird lokaler eingekauft
Shop local, eine Maxime, die sich immer mehr Konsumentinnen und Konsumenten zu Herzen zu nehmen scheinen. Sowohl im ­November als auch im Dezember wurde in Orten mit 10 000 bis 30 000 Einwohnerinnen und ­Einwohnern am meisten Geld aus­gegeben. Im Dezember verlieren alle anderen Ortsgrössen­klassen trotz negativer Vorjahreswerte.

Wer verführen kann, gewinnt
Mehr Herrenmode, neue Flächenkonzepte, Lifestyle-Themen und das Sortiment ergänzende Produkte – Verführung ist in einer Zeit der Übersättigung das grosse Thema. Der Schweizer Fachhandel hat viel Potenzial und agiert in einem kaufkräftigen Markt. Jetzt muss nur noch die Verführungstaktik stimmen.

Gisèle Luther