Textil Revue | Startseite
Die Schweizer Fachzeitschrift für die Textil - und Modebranche
Business
30.07.2020

Schweizer Sportmarkt steht 2019 gut da

Der Verband Sportfachhandel Schweiz (Asmas) hat in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsinstitut GfK die Umsatzzahlen im Bereich Sportartikel für 2019 sowie die Aussichten für 2020 erarbeitet. Für 2019 konnte ein leichtes Wachstum von 1,4 Prozent (ohne Bike) verzeichnet werden. Vorab der Wintersport im Q1, aber auch Q4 2019 trugen massgeblich zum guten Resultat bei, waren doch die jeweiligen Vorjahresperioden sehr schwach. Optimales Winterwetter zu Beginn des letzten Jahres und ein ansprechender Start in den Winter 2019/20 ermöglichten ein gutes Ergebnis. Alle Bereiche (Hartware, Schuhe bis zu Textil) profitierten. Hingegen lag der Sommer-Ganzjahressport unter Vorjahresniveau. Besonders die ausgebliebenen Umsätze aus der Fussball-WM haben den Textilumsatz negativ beeinflusst. Allgemein bleibt der Verkauf von Bekleidung weiterhin herausfordernd, so ist neben Fussball auch der Umsatz für Badebekleidung zurückgegangen, während Running und Outdoor sich steigern konnten. Sportschuhe bleiben mit rund 30 Prozent Anteil am Sportmarkt ein konstanter und wichtiger Umsatzträger.
Der Onlinehandel ist auch im Sport auf dem Vormarsch. 2019 stieg er um rund 25 Prozent und liegt bei 15 Prozent Marktanteil; wobei gerade unter den Wanderern und Bikern der Onlinehandel nur bei 10 respektive 11 Prozent beliebt ist. Hier kann der stationäre Handel mit Beratung und Kompetenz profitieren.

Corona
Auch im Sporthandel spürte man Corona und den Lockdown sehr. Der Winter blieb im ersten Quartal weit unter den hohen Umsätzen im Vorjahr; bis Ende April lagen die Umsätze knapp 30 Prozent unter denen des Vorjahrs. Zwar verdoppelten sich die Onlineeinkäufe, konnten jedoch das stationäre Minus nicht komplett abfedern. Positive Auswirkungen spürte man durch die ausbleibende Abwanderung der Einkäufe ins Ausland; auch online. Nach der Ladenöffnung am 11. Mai seien die Umsätze dann wiederum um 50 Prozent im Vergleich zu Vorjahr gestiegen. So verzeichnete eine Umfrage unter den Asmas-Mitgliedern, dass vom 11. Mai bis zum 7. Juni über die Hälfte der Geschäfte ihren Umsatz um 20 Prozent oder mehr steigerten, vorab mit Schuhen, aber auch mit Hartware und Textil. Auch für die Sommermonate sind die Händler optimistisch: 61 Prozent erwarten eine gute bis sehr gute Umsatzentwicklung. Je nach Lage und Sortiment variiert dies aber. «Die Vorgaben sind je nach Sortimentsstruktur des Geschäfts unterschiedlich. So leiden Sportgeschäfte, welche sich stark im Team- und Vereinssport engagieren deutlich mehr als Geschäfte, welche sich auf Outdoor, Running und Bike fokussieren. Auch Tourismusgebiete leiden unter Umsatzeinbussen, da die ausbleibenden Gäste fehlen. Schweizer Gäste kommen in der Regel bereits sehr gut ausgerüstet in die Feriendestinationen in der Schweiz», weiss Peter Bruggmann, Präsident des Verbandes Sportfachhandels Schweiz, Asmas.

Prognose 2020
Vorausgesetzt, es gibt keinen zweiten Lockdown mehr, prognostiziert Asmas dem Sporthandel, 2020 mit einem blauen Auge davonzukommen. Durch Ferien im eigenen Land, einem gesteigerten Sportbewusstsein und im Rahmen bleibende Auslandseinkäufe rechnet man mit einem geschätzten Umsatzrückgang von rund 10 Prozent.

asmas.ch

 

Aylin Aslan