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Business
28.05.2020

Geschäftsbericht von Swiss Textiles

Swiss Textiles zählt über 200 international ausgerichtete, innovative KMU der hiesigen Textil- und Bekleidungsbranche. Wir haben uns den Geschäftsbericht 2019/2020 sowie die «Strategie 2025» genauer angeschaut.

«Noch vor zehn Jahren war es kaum vorstellbar – heute ist es Realität» heisst es zu Beginn des Berichts, der sich mit der aktuellen Krise befasst. Denn Nachhaltigkeit ist jetzt mehr denn je, so sind sich Carl Illi, Präsident und Peter Flückiger, Direktor Swiss Textiles, sicher, eine «vitale Notwendigkeit». Die ökologische Verantwortung bringt Effizienzgewinne, Risikominimierung, neue Geschäftsfelder und Innovation durch Kooperation und ist elementar, wenn es um Wettbewerbsfähigkeit geht. Swiss Textiles sieht es als seine Aufgabe, den Mitgliedern auf ihrem Weg in die Nachhaltigkeit mit Rat und Tat zur Seite zu stehen und sie zu begleiten. Als besonders zukunftsträchtig wird im Bericht Kreislaufwirtschaft hervorgehoben: «Drei Viertel aller Textilien landen irgendwann auf Mülldeponien und werden nicht recycelt.» Bei einer weltweiten Textilproduktion von gut 100 Millionen Tonnen pro Jahr kommt hier eine beachtliche Menge zusammen. Als Hauptproblem für die noch in den Kinderschuhen steckende Kreislaufwirtschaft weltweit werden die vielen Komponenten, aus denen ein Kleidungsstück besteht, die es aufwendig zu trennen und dann zu recyceln gilt, genannt. Deswegen sieht Kreislaufwirtschaft vor, bereits beim Design eines Stücks an dessen Entsorgung beziehungsweise Zyklus zu denken, sodass solche Probleme nicht entstehen. Mit gutem Beispiel voran gehen hier Calida und die Schoeller Textil AG. Ebenfalls positiv hervorgehoben wird die Ökoveredelung Schweizer Veredlungsbetriebe wie die der HeiQ Materials AG oder die der Dimpora AG, die Textilien frei von gesundheitsbeeinträchtigenden Schadstoffkonzentrationen umweltschonend herstellen. Aber nicht nur der ökologische Aspekt, sondern auch die soziale Komponente der nachhaltigen Produktion wird beleuchtet. Denn die Transparenz in der Lieferkette wird zunehmend wichtiger. FTC Cashmere und die Nile Clothing AG sind Swiss-Textiles-Mitglieder, die eine solche Produktion verinnerlicht haben.

Neben den Nachhaltigkeitsbestrebungen war Swiss Textiles im Jahre 2019 in weiteren Bereichen aktiv, wie zum Beispiel in der Politik, in der der Verband für die Interessen seiner Mitglieder einsteht. So verabschiedete der Bundesrat letztes Jahr die Botschaft zur Abschaffung der Industriezölle, nachdem sich Swiss Textiles seit Jahren dafür eingesetzt hatte, dass Zölle auf Importgüter abgeschafft werden, da diese die Produkte unnötig verteuern. Ausserdem war der Verband aktiv in die Diskussion um die Konzernverantwortungsinitiative und die Klimapolitik involviert und bezieht hier klare Standpunkte. Neben verschiedenen Fachveranstaltungen wirkte Swiss Textiles auch bei vielen Networking-Events wie der Techtextil, dem Design Preis Schweiz, dem World Textile Forum, dem Swiss Textiles Summit und einigen mehr mit. Ein weiteres Highlight des Jahres 2019 war der Launch des exklusiven Onlinebereichs für die Mitglieder, über den sie regelmässig zu branchenrelevanten Veränderungen, Gesetzgebungen und Bestimmungen Informationen erhalten.

Am Ende des Geschäftsberichts stellt der Verband seine «Strategie 2025» vor: In den Themenbereichen Design, Nachhaltigkeit, Wirtschaftspolitik, Technologie und Fachkräfte hat sich Swiss Textiles je ein Ziel gesetzt, das bis zum Jahr 2025 erfüllt werden soll. Ausserdem lässt der Verband Mitglieder zu Wort kommen und veröffentlicht Zahlen der letzten Jahre aus der Branche. Gesamthaft gibt der Bericht einen guten Ein- und Überblick ins vergangene und aktuelle Schaffen der Schweizer Textilindustrie sowie die Tätigkeiten des Verbandes und bietet seinen Mitgliedern einen plausiblen und realistischen Fahrplan für die Zukunft.


Hier geht’s zum Geschäftsbericht von Swiss Textiles.

Aylin Aslan