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Business
17.10.2019

Digel – The Menswear Concept, Nagold

Digel: Ein Plus von fünf Prozent

Das Familienunternehmen Digel kann selbst in schwierigen Zeiten für das erste Halbjahr 2016 ein Umsatzwachstum von fünf Prozent vorweisen. Erfolgreich agiert man ausserdem mit der modischer ausgerichteten Kollektion Digel Move und dem Event-Programm Digel Ceremony.

Die Digel AG ist mit ihren beiden Herrenmode-Labels Digel und Digel Move auf der ­Erfolgsspur, das untermauern ­die Zahlen des ersten Halbjahres 2016. Das Nagolder Familien­unternehmen verzeichnet damit einen Erlös von 55 Millionen Euro, was einer Steigerung von über fünf Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Mit einem Plus von sieben Prozent bleibt der Heimmarkt Deutschland der umsatzstärkste. Sehr erfreulich entwickelt sich dabei ­das Segment Digel Move, das im Herbst/Winter 2013 lanciert wurde. Es steuert bereits 22 Prozent zum Gesamtumsatz bei. «Der Erfolg von Digel Move zeigt, dass es uns gelungen ist, neben Digel eine eigene Komplett-Kollektion für eine jüngere, urbane Zielgruppe zu etablieren», betont Vorstand Michael Bischof. «Unsere Investitionen in Produkt und Marketing haben nachhaltig Wirkung.»

Stetig wird in Nagold am Modegrad gedreht

Investiert haben die Nagolder aber nicht nur in den Aufbau von Move, wo «sich vor allem Extra-
slim-Modelle sehr dynamisch entwickeln», wie Geschäftsführer Jochen Digel unterstreicht. Auch am Modegrad der Vor­orderkollektionen der beiden Labels wird von Saison zu Saison gedreht. Dennoch bleiben diese verständlich und haben stets die angepeilte Zielgruppe im Blick. Das färbt auch auf das Baukastenangebot ab, wo ebenfalls immer mehr Fashion präsentiert wird. Durch die Reaktionen des Handels auf die jeweiligen Vororderkollektionen erkennt man, welche Themen gesucht werden – und bietet diese, wie beispielsweise den Jerysey Suit, zeitnah im Baukasten an. So zeigt sich Jochen Digel denn auch mit der laufenden Orderrunde für den Herbst zufrieden. «Jersey-Anzüge im Baukasten kristallisieren sich bereits als sehr starkes Thema heraus», sagt er. Mit solchen Styles erreicht man, dass man auch im Digel-Baukasten weit weg von langweiligen 08/15-Modellen ist. Der Handel seinerseits hat die Möglichkeit für kurzfristiges Nachordern modischer Themen. In den Haka-Läden werden die Kunden immer perfekter an Total-Looks herangeführt – auch das wollen die Digel-Macher auf  ihren Baukasten adaptieren. Mit dem «Mix & Match»-Programm wird für den kommenden Herbst/Winter der Baukasten mit noch mehr Mode aufgeladen – und bietet damit spannendere und emotionalere Bilder für den POS. Ebenfalls erfolgreich agiert der Haka-Anbieter auch mit der Anlass-Kollektion Digel Ceremony. In diesem Bereich legte man mit einem Plus von 17 Prozent ebenfalls deutlich zu. In Deutschland bedient Digel momentan rund 800, im Export 1500 Kunden. Die Exportquote liegt bei rund 60 Prozent. Digel will zudem in der Herbst-/Wintersaison 2016 den Markenaufbau fortsetzen und die Endverbraucher-Kampagne weiter ausbauen.

Barber-Shop als Verkaufsunterstützung

Auch in Sachen POS-Marketing kann der Haka-Spezialist aus ­Nagold punkten. Er bietet seinen Handelspartnern ein aussergewöhnliches Event-Konzept an: den Digel Barber-Shop (Bild oben). Auf einer Fläche von neun bis zwölf Quadratmetern wird mit Spiegelschrank, Barber-Stuhl, Sideboard und zwei Kinosesseln die Idee des Barbier-Salons an den Point of Sale transportiert. Hier können sich bis zu drei Kunden pro Stunde mit einer Hot-­Towel-Nassrasur verwöhnen oder den Bart trimmen lassen. n

Sonja Blickensdorfer