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Die Schweizer Fachzeitschrift für die Textil - und Modebranche
Business
02.04.2020

Deutschland: Täglich mehr als 10 Millionen unverkaufter Artikel

Laut einer Pressemitteilung der deutschen Verbände BTE (Handelsverband Textil), BDSE (Handelswerband Schuhe) und BLE (Handelsverband Lederwaren) bleiben in unserem grossen Nachbarland aufgrund des Lockdowns pro Tag laut den Berechnungen der Handelsverbände über 10 Millionen Modeartikel in den Regalen der unzähligen Mode- und Schuhgeschäften liegen. BTE-Hauptgeschäftsführer Rolf Pangels schätzt: «Ende März dürfte die Summe der unverkauften, aber vom Handel bereits bezahlten Teile die 100-Millionen-Grenze überschritten haben.» Die kontinuierliche Warenlieferung trotz geschlossener Läden sei zudem ein weiteres Problem, mal abgesehen von den fehlenden Lagermöglichkeiten. «Je länger die Schliessung dauert, desto unwahrscheinlicher wird es, dass die Ware noch verkauft werden kann“, führt Pangels weiter aus. «Allein der Wertverlust der Ware ist für viele Händler ruinös! Sollte die Schliessung über den April hinaus fortbestehen, rechnen wir nicht nur mit tausenden Insolvenzen in Textil-, Schuh- und Lederwarenbranche, sondern auch mit über einer Milliarde unverkaufter Artikel», so der Branchenexperte. In der Schweiz dürfte die Lage ähnlich sein, die gestern von KMU beantragten Sofort-Kredite (textilrevue berichtete) sprechen Bände. Es müssen dringend Lösungen her, die nicht die Konsequenz der totalen Selbstverschuldung mit sich bringen. Miete, Lohnkosten, Stornierungen, eine Verlängerung des Lockdowns bis Mitte Mai sowie der drohende Ausverkauf bereiten den Schweizer Händlern zurzeit schlaflose Nächte. Der textilrevue liegen Informationen vor, dass sich die Schweizer Verbände derzeit über verschiedene Möglichkeiten beraten, den Bund auf die Branchenprobleme aufmerksam zu machen. Wir bleiben dran.

Christina Noli