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Business
13.12.2019

Black Friday: Fazit

Eine Woche ist er nun her, der Tag, an dem der Handel ausschliesslich Verkäufe ankurbeln und schwarze Zahlen zu schreiben versucht. Ob es funktioniert hat? Um dies herauszufinden, hat die Handelszeitung eine Analyse von Swisscard durchführen lassen. Dabei kam heraus, dass ein Grossteil der Kunden ihre Kreditkarte nur für eine einzige Transaktion eingesetzt hatten. Im Schnitt gaben die Schweizer 226 Franken aus, das ist ein Franken mehr als im Vorjahr und fünf Franken mehr als 2017. Zwar hätten laut der Handelszeitung in diesem Jahr mehr Menschen beim Black Friday mitgemacht, jedoch nicht bedeutend mehr Geld ausgegeben. Am erfolgreichsten seien Warenhäuser und Unterhaltungselektronik gewesen.
Ein grosses Wachstum konnte die textilrevue bei der Zahl an Alternativen zum Black Friday verzeichnen, sei es durch Spendenaktionen, bewusste Nichtteilnahme, Capsule Collections oder sogar Preiserhöhungen. Letzteres hat das junge nachhaltige Schweizer Herrenunterwäschelabel John Kiss gewagt. Der Preis eines jeden Produkts wurde um zehn Franken erhöht, und der Mehrertrag einer sozialen Institution gespendet. Denn laut Mitgründer Tamas Kiss gebe es bereits durch das ganze Jahr hindurch besonders im textilen Geschäft mehr als genug Preisreduktionen. «Die Konsumenten sind geeicht auf den Glauben, dass man beim Geldausgeben Geld sparen kann, wenn auf dem Etikett ein roter Alarmpunkt klebt. Da braucht es keinen Black Friday, das ist längst ganzjährig real.»
Das österreichische Unternehmen Ompura, das Kleidung aus österreichischen Stoffen nur auf Kundenwunsch fertigt, nennt den Tag «die totale Prostitution vieler Händler nach USA-Sitte.» Bei Ompura steht nachhaltige Produktion von Kleidung aus Naturstoffen im Vordergrund. Da das Unternehmen sich nicht mit dem Black Friday identifizieren kann, haben sich die Verantwortlichen entschlossen, den Tag zu ignorieren. Für jedes im Onlineshop shirtsandsweaters.eu verkaufte Motiv-Shirt gehen 10 Euro an eine karitative Organisation – und dies nicht nur am Black Friday, sondern das ganze Jahr.
Einen ganz anderen Ansatz hatte das Zürcher Taschenlabel Freitag. Die eigens für den Black Friday ins Leben gerufene 100% OFF-Aktion beinhaltete, dass der Freitag Onlineshop für einen Tag komplett offline wurde. Stattdessen rief die Marke dazu auf, die im Oktober lancierte Tauschplattform S.W.A.P. (Shopping Without Any Payment) zu nutzen, auf der unter dem Motto «Don’t Shop. Just Swap» kostenlos Freitag-Taschen mit anderen getauscht werden können.


johnkiss.com
ompura.at
freitag.ch

Hier gehts zum Artikel der Handelszeitung

Aylin Aslan