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Business
21.10.2020

Appenzeller Unternehmen verlagert Produktion

Alba-Gruppe plant Umstrukturierung

Die Appenzeller Alba-Gruppe, zu der die Weba Weberei Appenzell AG gehört, hat schwierige Zeiten hinter sich: Nach bereits einem seit Jahren andauernden kontinuierlichen, massiven Kostendruck, hat die Covid-19-Pandemie die Firma ökonomisch besonders hart getroffen, sodass die Gruppe jetzt ein gesetzlich vorgeschriebenes Konsultationsverfahren eröffnet hat. Geplant ist, die Textilaktivitäten ab dem Jahre 2021 neu zu strukturieren, um Kosten einzusparen und die Produktion vollständig im eigenen Unternehmen in Ägypten zu produzieren. Damit verbunden wäre ein Abbau von 20 von 70 Stellen bei Weba in Appenzell. Stattdessen sollen Kernkompetenzen wie Produktentwicklung und Vertrieb in Appenzell ausgebaut werden. Diese Massnahmen sind – vorbehältlich den Ergebnissen des Konsultationsverfahrens – voraussichtlich erforderlich. «Umsatzrückgänge von bis zu einem Drittel und ein auch in den kommenden Jahren zu erwartender massiver Druck auf die Herstellkosten haben uns zu den beabsichtigten Massnahmen geführt, die Weberei allenfalls vollständig bei unserer 100%-igen Tochtergesellschaft in Ägypten zu konzentrieren und die Produktion in Appenzell nach 75 Jahren erfolgreicher Tätigkeit einzustellen. Dies wäre für uns alle ein sehr schmerzlicher Schritt», heisst es von offizieller Seite. Trotzdem sieht man bei Weba in den neuen Massnahmen auch eine Chance, so könne sich die Gruppe eine Kostenbasis schaffen, die die Weiterentwicklung der eingeschlagenen Strategie mit den Pfeilern Innovation und Nachhaltigkeit ermöglichen würde. Das Konsultationsverfahren läuft noch bis zum 26. Oktober dieses Jahres. Sollten sich keine neuen Erkenntnisse daraus ergeben, würden die Stellen wie angekündigt abgebaut werden müssen. Zur Minderung der Folgen würde das Unternehmen einen freiwilligen Sozialplan ausarbeiten.

Aylin Aslan