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29.10.2020

Mulberry und das Victoria and Albert Museum zeigen aussergewöhnliche Sammlung

Umfangreiche Taschen-Ausstellung in London

Im November eröffnet im Victoria and Albert Museum London mit der durch Mulberry geförderten Veranstaltung «Bags: Inside Out» die umfassendste Ausstellung Grossbritanniens, die sich ganz und gar dem beliebten Accessoire widmet. Von Designer-Handtaschen über Versandkartons und Kosmetikkoffern bis hin zu Militärrucksäcken wird die Ausstellung unsere langjährige Faszination für die Tasche erkunden.

Sie begleitet uns alle, manche jeden Tag, andere seltener: Die Tasche. Die Londoner Ausstellung «Bags: Inside Out» stellt sie in verschiedensten Formen, Farben und Funktionen aus und untersucht die Funktion, den Status und die handwerkliche Verarbeitung. Anhand von rund 300 Objekten unterschiedlicher Grösse, von winzig kleinen Börsen bis hin zu luxuriösen Reisekoffern nimmt sie das globale Lieblingsaccessoire genauestens unter die Lupe.


Taschen als praktische Gegenstände zur Aufbewahrung unserer Habseligkeiten


Der erste Teil der Ausstellung befasst sich mit der Funktion. Von Urlaubskleidung über vertrauliche Dokumente und Make-up bis hin zu Geld und diversen weiteren Gegenständen – Design und Material einer Tasche spiegelt oft ihren Verwendungszweck wider. Zu den seltenen Exponaten, die ausgestellt werden, gehören eine große gestickte Burse, die zum Schutz der silbernen Matrix des Großen Siegels von England von Elisabeth I. verwendet wurde, eine Gasmaskentasche, die Queen Mary während des Zweiten Weltkriegs gehörte, der rote Versandkasten von Winston Churchill und der Aktenkoffer von Vivien Leigh. Ein auffälliger Louis-Vuitton-Koffer aus den frühen 1900er Jahren wird ebenfalls im Mittelpunkt stehen.


Die Tasche als Statussymbol und Identitätsmerkmal


Der zweite Teil der Ausstellung befasst sich mit der zentralen Rolle der Tasche in der Promikultur und ihrer Bekanntheit in der politischen und Gesellschaftlichen Elite. Mit einer Hermès «Kelly», die zu Ehren von Grace Kelly ihren Namen trägt, und einer «Lady Dior»-Handtasche, die nach Prinzessin Diana benannt wurde, wird die Ausstellung die mächtige und einflussreiche Welt der Unterstützung von Prominenten erkunden. Seit Ende der 1990er-Jahre und Anfang der 2000er Jahre hat die Vereinigung von Berühmtheiten dazu beigetragen, den Verkauf von Luxus-Taschen anzukurbeln und bestimmte Designs zu Ikonen der Popkultur zu machen. Ausserdem wurden Taschen auch für politische Botschaften verwendet; so zeigt die Ausstellung beispielsweise Taschen mit Slogans gegen Sklaverei oder für Body Positivity.


Welchen Weg macht eine Tasche in der Herstellung?

Im letzten Abschnitt der Ausstellung wird der Design- und Herstellungsprozess von der Skizze bis zum Muster, vom Nähen bis zum Verkauf betrachtet. Mit Materialspezialisten, die an verschiedenen Orten auf der ganzen Welt stationiert sind, und Fertigkeiten, die in jahrhundertealten Modehäusern weitergegeben wurden, wird dieser Abschnitt das Einfallsreichtums zeigen, der von führenden Marken eingesetzt wird. An einem «Herstellertisch» können sich die Besucher neben Interviews mit Designern und Herstellern aus nächster Nähe mit den Prozessen und Materialien der Taschenherstellung vertraut machen. Skizzen, Muster und Prototypen von internationalen Modehäusern und der britischen Luxusmarke Mulberry werden die innovativen frühen Phasen des Designprozesses zeigen.



Aylin Aslan